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Sommercamp

Informationen zum antikapitalistischen & antinationalen Sommercamp 2026 von Mittwoch 3. Juni bis Sonntag 7. Juni

In dieser Welt gibt es zahlreiche Phänomene, unter denen viele Menschen leiden – etwa Armut, lange Arbeitszeiten, Stress, Arbeitslosigkeit, Krieg, Hunger sowie unterschiedliche Formen von Diskriminierung wie Rassismus, Antisemitismus, Sexismus und Queerfeindlichkeit. Wir wollen die Ursachen dieser ganzen Scheiße loswerden, daher machen wir es uns zur Aufgabe, richtige Kritik an diesen Verhältnissen zu erarbeiten und diese zu verbreiten.

Die Erkenntnisse, die wir dabei gewonnen haben, wollen wir auf unserem Sommercamp zur Diskussion stellen. Dafür bieten wir zwei mal täglich mehrere parallele Workshops zu verschiedenen Themen an. In den Pausen bleibt genug Zeit zum Entspannen, für Sport und Spiele oder um neue Leute kennenzulernen und miteinander ins Gespräch zu kommen und abends auch mal zu tanzen.

Die Workshops gibt es zu ganz verschiedenen Themen: So gibt es welche, die einen Einstieg in linksradikale Theorie ermöglichen sollen, also Themen behandeln wie Kapitalismuskritik, Schulkritik, Kritik der Sozialarbeit, dem bürgerlichen Staat, Klimapolitik, Finanzkapital oder Staatsverschuldung.

Auch aktuelle politische Entwicklungen wollen wir gemeinsam analysieren, beispielsweise die Wohnungsnot, die derzeitige Aufrüstung in der BRD, das Recht auf Kriegsdienstverweigerung, den Krieg in der Ukraine, die Rolle Osteuropas oder die Incel-Bewegung.

Zudem wird es einige Workshops zu Debatten innerhalb der Linken geben, zum Beispiel an der Kritik des Realsozialismus, dem Konzept kultureller Aneignung, linker Männlichkeit, Misogynie, Ideologiekritik, Fragen von Konkurrenz und Selbstverwirklichung oder auch dem Thema Liebe.

Es wird sowohl einsteiger:innenfreundliche Workshops geben als auch solche, bei denen ein gewisses Vorwissen sinnvoll ist. Wir werden die Workshops vor Ort entsprechend ankündigen, sodass ihr gut einschätzen könnt, ob und welches Vorwissen hilfreich oder notwendig ist.

Unser Camp findet im Schwarzwald statt. Die Anreise ist gut mit den öffentlichen Verkehrsmitteln möglich. Wer mit Auto, Bus oder Wohnwagen anreist, kann direkt auf dem Campgelände parken. Das Campgelände hat einiges zu bieten: es gibt Tagungsräume, WLAN, eine Tischtennisplatte und draußen Platz für Ballspiele. Außerdem liegt es mitten im Schwarzwald und bietet schöne Spaziergänge, um zwischendurch den Kopf frei zu bekommen. Wir werden gemeinsam Sport machen können und abends darf es auch mal lauter werden. Hunde sind auf dem Gelände erlaubt.

Die Kosten belaufen sich auf 15-25€ pro Nacht – je nach Selbsteinschätzung, was du dir finanziell leisten kannst. Solltest du Schwierigkeiten haben, den Beitrag zu bezahlen und deshalb überlegen, nicht teilzunehmen, melde dich auf jeden Fall bei uns. Wir finden eine Lösung! Im Beitrag sind der Camp-Reader sowie die tägliche Vollverpflegung bereits enthalten.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, zu übernachten: Du kannst im Bett, im Zelt oder im eigenen Auto schlafen. Bettplätze sind allerdings begrenzt und nur in Mehrbettzimmern verfügbar, also überleg dir, ob du nicht auch im Zelt schlafen möchtest. Für die Verpflegung sorgt ein Kochteam, das uns täglich mit leckeren Mahlzeiten versorgt – immer auch vegan und vegetarisch. Aber das Camp lebt davon, dass alle mal mit anpacken. Entweder beim Schnibbeln, Abwaschen oder Aufräumen.

Wenn du Allergien oder Unverträglichkeiten hast, gib uns bitte bei der Anmeldung Bescheid, damit das Kochteam die Mahlzeiten entsprechend anpassen kann. Bei schwerwiegenden Allergien, bei denen selbst kleinste Spuren ein Problem darstellen, können wir möglicherweise nicht immer darauf eingehen. In diesem Fall gibt es jedoch eine kleine zusätzliche Küche, in der du dich selbst versorgen kannst. Sprich das einfach mit uns ab.

Falls du mit Kindern kommen möchtest, gib das bei der Anmeldung ebenfalls an. Wir werden unser Bestes tun, um eine selbstorganisierte Kinderbetreuung für zumindest einen Teil der Workshops anzubieten.

Die Anlage ist nur teilweise barrierefrei. Die Seminarräume sowie die Gemeinschaftsduschen und -toiletten sind ebenerdig erreichbar, allerdings mit einer kleinen Schwelle. Alle Zimmer – außer einem – sind nur über Treppen zugänglich. Die Küche und einige Tagungsräume befinden sich im Erdgeschoss. Solltest du im Rollstuhl unterwegs sein oder andere Mobilitätseinschränkungen haben, melde dich bitte vorher bei uns, damit wir alles Weitere klären können. Wir bemühen uns, auch auf andere besondere Bedürfnisse einzugehen, soweit es uns möglich ist.

Anmeldung

Wenn du dich für das Gruppe Widerspruch Sommercamp 2026 anmelden möchtest, schreib bitte eine Mail an: anmeldung-gw[at]riseup.net (den PGP-Key für die Verschlüsselung findest du HIER)

Bitte beantworte alle unten aufgelisteten Fragen, das spart uns Arbeit. Kopiere dafür den vorgeschriebenen Text und schreibe dafür deine Antwort unter die Frage. Du kannst gern kurz & knapp antworten.

Hinweis: Wir schicken dir ein paar Tage nach der Anmeldung eine Bestätigungsmail zu. Erst danach bist du angemeldet.

Falls du unter 18 Jahre alt bist, schicken wir dir ein Einverständnisformular zu, das du bitte ausgedruckt und unterschrieben zum Camp mitbringst.

Betreff: Anmeldung

Inhalt:

1) Wie möchtest du angesprochen werden? (d)ein Vorname:

2) Bist du über 18 Jahre?

3) Das Camp ist vom Mittwoch den 3. Juni bis Sonntag den 7. Juni. Wie lange bleibst du?

Ich bleibe vom …bis…

4) Schläfst du im Zelt, im Bett oder im eigenen Auto?

Ich schlafe im …

4a) Sofern du im Bett schläfst: Möchtest du in ein FLINTA*-Only-Zimmer?

5) Als Info an die Küche:

5a) Isst du vegan, vegetarisch oder alles?

5b) Hast du Allergien oder Unverträglichkeiten?

6) Möchtest du einen Papierreader haben oder reicht dir eine digitale Version?

7) Gibt es sonst noch etwas, was du uns mitteilen möchtest (besondere Bedürfnisse, benötigte Kinderbetreuung, …)?

Workshops

Nach und nach werden hier die Ankündigungen der Workshops mit Teaser veröffentlicht. Es lohnt sich also, hier immer mal vorbeizuschauen.

Das in der BRD gewährte Grundrecht auf Kriegsdienstverweigerung (KDV) aus Art. 4 III GG genießt gemeinhin einen guten Ruf. Insbesondere in den jüngsten Debatten zur angestrebten Kriegstüchtigkeit Deutschlands wird es gerne als Beweis für die Liberalität (und überhaupt Großartigkeit) der hiesigen Rechtsordnung angeführt, teilweise sogar glatt selbst schon zum guten Grund für diese Freiheit in den Krieg zu ziehen gemacht. Ob das so gerechtfertigt ist gilt es zu prüfen.

Im Workshop wollen wir uns folglich die diesbezügliche Rechtslage mal etwas genauer angucken, und daran anknüpfend auch ein bisschen darüber sprechen, wo und wie man verweigern kann und wie man das begründen sollte.

Außerdem werden wir uns mit der Frage auseinandersetzen inwieweit es sinnvoll ist, sich darauf zu verlassen, dass die staatlich gewährte KDV immer und auf jeden Fall so bestehen bleibt. Also darüber sprechen inwieweit die rechtliche und faktische Lage sich auch verändern kann, wenn der deutsche Staat das so will.

Misogynie also die Abwertung des Weiblichen ist in dieser Gesellschaft trotz rechtlicher Gleichstellung der Geschlechter normal und allgegenwärtig. Wo es her kommt wird sich zu selten gefragt. Daher gebe ich erst mal eine kleine Einführung warum und wie Misogynie heute und auch unter reflektierten Feminist*innen weiter vorherrscht Denn nur weil wir nicht zu der Gruppe der Cis-Männer gehören, heißt es nicht wir haben in dieser Gesellschaft nicht selbst etliche sexistische Gedanken und Gewohnheiten angenommen. In diesem Workshop möchte ich mit euch darüber sprechen in welchen Widersprüchen wir uns befinden und wie wir mit unserem eigenen Handeln teilweise selbst Sexismus und Misogynie praktizieren und reproduzieren – Nicht nur anderen Personen gegenüber sondern all zu oft auch uns selbst gegenüber.

Innerhalb der linken Szene und in linken Zusammenhängen ist Sexismus, Männlichkeit und Kritik an den selben seit Jahren Thema, aber scheinbar ändert sind dennoch recht wenig. Vom Frauen* in Diskussionen weniger ernst nehmen, bis hin zu gewalttätigen Übergriffen gegen Frauen* kann man in der Linken alles finden. Wie kann das sein, wenn doch unsere männlichen Genossen selbst sagen sie wollen Feministen oder pro-feministen sein?

In meinem Vortrag werde ich auf die Anforderungen, vor denen (linke) Männer innerhalb dieser Gesellschaft stehen, zu sprechen kommen und auch auf die Widersprüche mit denen sie sich rumschlagen müssen.

Ebenso werde ich eine Kritik an einigen üblichen Herangehensweisen linker Männer oder der Szene mit ihren Sexismen und ihrer eigenen Männlichkeit, ihren Bedürfnissen, Wünsche und Vorstellungen formulieren. Am Ende werden wir hoffentlich ein bisschen weiter kommen und wenigstens einigen Fallstricken der Kritik linker Männlichkeit erkennen und der aktuell verbreiteten (Spoiler: oftmals erfolglosen) Auseinandersetzung, etwas entgegen halten können.

Nicht nur in der bürgerlichen Gesellschaft, sondern auch und gerade in der Linken ist Moral sehr weit verbreitet. Doch was ist daran eigentlich auszusetzen, wenn es die „richtige Moral“ ist?

Ich will in meinem Workshop anschauen welche Funktionen Moral in einer Gesellschaft (ob klein oder Groß) hat und welche zwangsläufigen und folgenschweren Fehler aus einer moralischen Politik folgen. Dabei wird herauskommen, dass moralische Argumente Nicht-Argument sind, weil sie weder die Ursachen gesellschaftlicher Konflikte erklären noch eine praktische Lösung bieten. Stattdessen individualisieren sie Probleme, ignorieren reale Interessen und Machtverhältnisse und wirken letztlich repressiv und legitimierend. Besonders in der linken Szene dient die Berufung auf Moral oft der Selbstlegitimation und Abgrenzung, ohne die Grundlagen der bestehenden Verhältnisse in Frage zu stellen. Die moralische Herangehensweise führt zudem zu schwerwiegenden Fehlern in der Praxis. Eine sachliche Analyse gesellschaftlicher Verhältnisse erfordert, diese Widersprüche offen zu benennen, anstatt sie hinter moralischen Prinzipien zu verbergen.

Ob in der Schule, im Beruf oder in Beziehungen: Konkurrenz ist in dieser Gesellschaft allgegenwärtig. In diesem Vortrag erörtern wir die Fragen wodurch diese Konkurrenz entsteht und wie ihre Konsequenzen aussehen können. Wir wollen dafür zunächst bündig darlegen, wie die kapitalistische Gesellschaft funktioniert. Im nächsten Schritt werden wir uns mit der Frage beschäftigen, wie Menschen sich zu dieser Konkurrenz stellen, welche Schlüsse sie im beruflichen und privaten Kontext daraus ziehen und wie dies den Umgang mit sich selbst und anderen beeinflussen kann.

Über wenige Dinge gibt es (nicht nur unter Linken) so viele verschiedene Vorstellungen und Theorien, wie über den bürgerlichen Staat. Von Gesellschaftsverträgen, auf die man sich irgendwann mal geeinigt hätten, bis hin zur Behauptung, dass doch eigentlich „wir alle“ der Staat seien, ist da vieles dabei. Ganz schön verwirrend.

Also sinnvoll sich mal damit auseinanderzusetzen was der Staat denn nun wirklich ist, und sich zu erklären warum er eigentlich wie handelt, wie er funktioniert. Insbesondere dann, wenn man die immerhin von ihm betreute Gesellschaftsordnung wegen ihrer unschönen Resultate ablehnt und eigentlich gerne abschaffen würde.

Vordergründig soll es dabei um die folgenden Fragen gehen:

1. Was ist ein (bürgerlicher) Staat?

2. Inwiefern kann man bei modernen Staaten (insbesondere den demokratischen) von einem Subjekt sprechen, bzw. wie konstituiert sich dieses Subjekt dann?

3. In welchem Verhältnis steht der Staat zu seiner Gesellschaft und der kapitalistischen Ökonomie?

Die AfD ist laut Wahlumfragen im Aufwind. Mit einem „Zehn-Punkte-Sofortprogramm“ dient sich die AfD nicht als Koalitionspartner an, sondern präsentiert sich selbstbewusst als Führungskraft. Die AfD wirft den Regierungsparteien nicht bloß vor, dass sie versagen, sondern, dass „die Ampel-Koalition unser Land in den Ruin führt“ (Sofortprogramm). Die Regierung zerstöre Deutschland – das ist bei der AfD kein neues Urteil. Sie glaubt wirklich, dass die „politische Klasse“ gar nicht mehr den Zweck hätte, Deutschland stark zu machen, sondern Deutschland kaputt machen will. Dagegen will sie nicht nur radikal Opposition machen, sondern die Regierung übernehmen.

Was sie dann machen will sagt sie recht offen: Geflüchtete nicht reinlassen und rücksichtslos abschieben, Feindschaft gegen den Islam und Muslime, Feindschaft gegen den (Queer)-Feminismus, Energiewende umkehren, mehr Law & Order, Euro abschaffen usw. Was diese Programmpunkte aber im Kern verbindet, das ist vielen Leuten gar nicht klar. Ohne das lässt sich weder die AfD politisch verorten, noch klarkriegen, wie die AfD bekämpft werden sollte.

In der Veranstaltung wollen wir deshalb folgende Frage beantworten: Was ist der Kern des politischen Programms der AfD?

Wer das versteht, wundert sich auch nicht, warum die etablierten Parteien und ihre Wählerschaften recht viel Verständnis für so manche Positionen der AfD haben Und erkennt auch: Diese AfD ist nicht einfach ein Überbleibsel der Nazi-Zeit. Sondern ein ganz modernes Produkt dieser Bundesrepublik und ihres schwarz-rot-goldenen Nationalismus. Und das ist wirklich Grund zur Beunruhigung.

Wenn wir mit Menschen über unsere Kritik der Gesellschaft diskutieren, kommt meistens nach einer Zeit die Frage: „Aber was ist denn die Alternative“? Meistens blocken wir ab, weil wir diese Debatte als unproduktiv erleben, sofern Menschen mit uns nicht die Kritik an der bestehenden Gesellschaft teilen. In diesem Workshop wollen wir der Frage nach der Alternative nachgehen. Dafür wollen wir basierend auf der Kritik an der Gesellschaft mit euch darüber diskutieren, wie eine befreite Gesellschaft aussehen könnte. Wir haben ein paar Ideen wie eine andere Gesellschaft vernünftigerweise eingerichtet ist (Planwirtschaft, Abschaffung von Geld & Tausch,…), freuen uns aber auch über eure Ideen und Einwände zu diskutieren.

Hinweis: Die Frage, der Transformation, also wie mensch in die befreite Gesellschaft kommen kann und was ggf. für Übergangsphasen zu beachten wäre, soll nicht im Workshop diskutiert werden.

Wir wollen in unserem Workshop das Konzept der Kulturellen Aneignung kritisieren. Wir machen das nicht, weil wir Rassismus als unwichtig ansehen – ganz im Gegenteil. Wir möchten damit auch niemandem einen rein würgen. Wir sehen das enorme Leid, das Menschen durch Rassismus erfahren und verstehen, dass das Konzept der Kulturellen Aneignung ein Versuch antirassistischer Praxis ist. Aber gerade deswegen ist es uns wichtig, genau zu überlegen, ob diese antirassistisch gemeinte Praxis ihr Ziel auch wirklich erreichen kann.

In antirassistischen und linksliberalen Kreisen wird seit einigen Jahren problematisiert, dass „weiße“ Menschen (gemeint sind Menschen europäischer Abstammung) kulturelle Hervorbringungen nichtwestlicher Menschengruppen benutzen. Das kann einem Profitinteresse entspringen, wenn z.B. ein Modeunternehmen Designs verwendet, die von mexikanischen Stickmustern inspiriert sind. Das kann aber auch dem puren Vergnügen dienen, wenn sich Menschen gegenseitig mit buntem Farbpulver bewerfen (dem indischen Holi-Fest entlehnt). Hier wird problematisiert, dass durch derartige Handlungen eine Art Eigentumsrecht marginalisierter Gruppen an „ihrer“ Kultur verletzt werde. Auch wird befürchtet, dass Traditionen verfälscht und/oder trivialisiert werden. Deswegen soll die Übernahme kultureller Praktiken nichtwestlichen Ursprungs durch „weiße“ Menschen nur in enger Abstimmung mit der (vermeintlichen) Urhebergruppe moralisch erlaubt sein. Der Kampf gegen Kulturelle Aneignung wird als Teil des allgemeinen antirassistischen Kampf betrachtet. Wir denken aber, dass das Konzept der Kulturellen Aneignung dabei in eine Falle führt: Wer von „der Kultur“ einer marginalisierten Gruppe spricht, geht davon aus, dass Kultur eine homogene Sache ist, die alle Menschen einer Gruppe gemeinsam haben und die diese Gruppe wiederum von allen anderen Gruppen unterscheidet. Das ist ein Gedanke, der auch im stinknormalen Patriotismus zu finden ist und dort als Begründung dafür dient, vermeintlich „kulturfremde“ Gruppen auszuschließen. So reproduziert das Konzept der Kulturellen Aneignung die geistigen Grundlagen des Patriotismus, aus dem der Rassismus entspringt.

Seit vier Jahren herrscht Krieg in Osteuropa. Dies hat die geopolitische Situation vieler Länder Europas verändert. Polen  spielte von Anfang an eine bedeutende Rolle bei der Unterstützung der  Ukraine, sowohl wirtschaftlich, politisch und vor allem militärisch.  Außerdem hat es eine sehr hohe Zahl von ukrainischen Geflüchteten  aufgenommen und versorgt. Eine weitaus wichtigere Funktion hat Polen,  wie auch Rumänien, als logistisches Drehkreuz des Nachschubs von  Kriegs- und Versorgungsmaterialien übernommen.
Auf Grund der  Geschichte der beiden Länder hat Polen Russland nicht erst seit  Kriegsbeginn als Bedrohung wahrgenommen und als Konsequenz dessen hat es  sein Aufrüstungs- und Militarisierungsprogramm massiv gestärkt. Hierbei  spielt das historisch gewachsene enge Bündnis mit den USA eine wichtige  Rolle, so werden zum Beispiel ein Großteil der Waffenkäufe Polens in  den USA getätigt.
Auch in Deutschland und in Westeuropa erfährt die  Aufrüstung Polens große Aufmerksamkeit und nimmt in einigen Diskursen eine äußerst wichtige Vorbildfunktion ein, wie zum Beispiel in der  Sendung „ZDF Magazin Royal“ von Jan Böhmermann.
Wir wollen bei  unserer Veranstaltung der Frage nachgehen, ob Polen in den nächsten  Jahren zu einem wichtigen geopolitischen Akteur in der Region und Europa  wird und was dies für Folgen haben kann. Außerdem wollen wir die Debatten in der polnischen Gesellschaft und der polnischen Linken zum Ukraine-Krieg beleuchten.

Hinweis: Es kann durchaus sein, dass sich der Fokus des Workshops noch von Polen wegbewegt und wir Osteuropa im gesamten mehr in den Blick nehmen.

Als in der Finanzkrise 2008 die Banken gerettet wurden, war klar warum: Sie sind “systemrelevant”. In der Presse und auch sonst in der Öffentlichkeit wurde dann gerne getrennt. Auf der einen Seite der solide Bankier, der “die Wirtschaft” mit Kredit versorgt und damit eine grundsolide Funktion hat, ungefähr so wie das Elektrizitäts- oder Wasserwerk. Dabei wurde gerne an die treu-deutsche Sparkasse gedacht. Auf der anderen Seite sah man den Banker, der wilde Spekulationsgeschäfte ohne gesellschaftlichen Nutzen betrieb. Dabei wurde dann gerne auf amerikanischen Investmentbanken hingewiesen.

Erst die Loslösung des Bankwesens von ihrer grundsoliden Basis und das Einreissen der unverantwortlichen Spekulation soll den Grundstein zur Finanzkrise gelegt haben.

Wir halten diese Gegenüberstellung für falsch. An der Kreditversorgung der Wirtschaft entdecken wir eine Förderung der Ausbeutung der Arbeitskraft. Und wir behaupten, dass das Geschäft der deutschen Sparkasse selbst schon die Grundlage für Krisen ganz eigener Art enthält. Das alles möchten wir am Kreditgeschäft der Banken als Grundlage des ganzen Finanzwesens zeigen.

Deswegen möchten wir auf dem Seminar folgende Fragen diskutieren:

  • Wer braucht in dieser Gesellschaft Kredit? Und warum?
  • Sind die Banken mit ihrem Geschäft wirklich nur Vermittler zwischen denen, die gerade Geld übrig haben, und anderen, die gerade welches brauchen?
  • Was für Abhängigkeiten stiftet das Bankwesen zwischen den Wirtschaftssubjekten? Und ist das ein guter Grund, den Banken für das Gelingen ihres Geschäfts die Daumen zu drücken?

Im Workshop wird genügend Raum zur Diskussion sein. Wenn Ihr also Dinge über das Bankgeschäft gehört/gelesen habt, bei denen Ihr Euch unsicher seid, was daran stimmt, könnt Ihr die gerne ansprechen (am besten zu Beginn des Workshops). Dann können wir überlegen, an welcher Stelle des Workshops am besten darauf eingegangen werden kann.

Wirtschaftswissenschaftliche Vorkenntnisse sind übrigens nicht erforderlich.

[Dieser Workshop soll zunächst die Grundlagen des Bankgeschäfts erklären. Wenn mensch die verstanden hat, fällt auch das Verständnis des Wertpapiergeschäfts leichter. Deswegen sollten Leute, die den zweiten Teil zur Wertpapierspekulation besuchen wollen, auch an Teil I teilnehmen.]

Nach der Erklärung des gewöhnlichen Leihgeschäfts der Banken soll es im zweiten Teil des Workshops um das Wertpapiergeschäft gehen. Einige Punkte fallen bei der Betrachtung dieses Geschäftszweiges auf:

Das schnelle Wachstum des angelegten Kapitals.
Die erreichten Kapitalgrößen, die deutlich größer sind als das im industriellen Sektor angelegte Kapital.
Sich kritisch dünkende Menschen – durchaus auch von links – wollen hierin eine Entkopplung des Finanzkapitals von der “Realwirtschaft” entdecken und halten das für ein Problem. Diese Entkopplung soll dann zu Bildung von “Spekulationsblasen” und damit zur besonderen Krisenanfälligkeit des Finanzkapitals führen.

Die oben geschilderten Phänomene und ihre öffentliche Deutung werfen einige Fragen auf:

Wie entsteht das Wachstum des Finanzkapitals, dessen Umfang und Geschwindigkeit als Indiz für “Blasenbildung” genommen werden?
Wächst das Finanzkapital tatsächlich unabhängig von der “Realwirtschaft”?
Wann und warum schlägt das Wachstum in eine Krise um?
Wie sieht die Rettung des Finanzkapitals durch den Staat aus? Und warum wurde der Staat hier überhaupt tätig?
Im Workshop wird genügend Raum zur Diskussion sein. Wenn Ihr also Dinge über die Wertpapierspekulation/das Finanzkapital gehört/gelesen habt, bei denen Ihr Euch unsicher seid, was daran stimmt, könnt Ihr die gerne ansprechen (am besten zu Beginn des Workshops). Dann können wir überlegen, an welcher Stelle des Workshops am besten darauf eingegangen werden kann.

Wirtschaftswissenschaftliche Vorkenntnisse sind auch hier nicht erforderlich.

Nach der Erklärung des gewöhnlichen Leihgeschäfts der Banken soll es im zweiten Teil des Workshops um das Wertpapiergeschäft gehen. Einige Punkte fallen bei der Betrachtung dieses Geschäftszweiges auf:

Das schnelle Wachstum des angelegten Kapitals.
Die erreichten Kapitalgrößen, die deutlich größer sind als das im industriellen Sektor angelegte Kapital.
Sich kritisch dünkende Menschen – durchaus auch von links – wollen hierin eine Entkopplung des Finanzkapitals von der “Realwirtschaft” entdecken und halten das für ein Problem. Diese Entkopplung soll dann zu Bildung von “Spekulationsblasen” und damit zur besonderen Krisenanfälligkeit des Finanzkapitals führen.

Die oben geschilderten Phänomene und ihre öffentliche Deutung werfen einige Fragen auf:

Wie entsteht das Wachstum des Finanzkapitals, dessen Umfang und Geschwindigkeit als Indiz für “Blasenbildung” genommen werden?
Wächst das Finanzkapital tatsächlich unabhängig von der “Realwirtschaft”?
Wann und warum schlägt das Wachstum in eine Krise um?
Wie sieht die Rettung des Finanzkapitals durch den Staat aus? Und warum wurde der Staat hier überhaupt tätig?
Im Workshop wird genügend Raum zur Diskussion sein. Wenn Ihr also Dinge über die Wertpapierspekulation/das Finanzkapital gehört/gelesen habt, bei denen Ihr Euch unsicher seid, was daran stimmt, könnt Ihr die gerne ansprechen (am besten zu Beginn des Workshops). Dann können wir überlegen, an welcher Stelle des Workshops am besten darauf eingegangen werden kann.

Wirtschaftswissenschaftliche Vorkenntnisse sind auch hier nicht erforderlich.