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Armes/reiches Deutschland – ja was den nun?

Deutschland ist ein reiches Land. So hört mensch das ja immer wieder. Komisch nur, dass in einem reichen Land, so viele Leute in Armut leben und die Armut teilweise sogar noch wächst. So greift laut einer Meldung der Deutschen Presse-Agentur (dpa) mittlerweile mehr als die Hälfte der unter 50-Jährigen für Alltagsausgaben zum Kredit. Brot und Milch können sich manche Leute also nur noch durch die eigene Verschuldung leisten.

Ist Deutschland also doch nicht reich?

Doch, Deutschland ist reich. Denn Deutschland hat (zumindest zurzeit noch) erfolgreiche Unternehmen, die in der ganzen Welt aktiv sind und ihre Waren absetzen.

Blöd ist dabei nur, dass dieser Reichtum nunmal den Unternehmen gehört. Blöd ist auch, dass dieser Reichtum gerade durch die Armut des Großteils der deutschen Bevölkerung geschaffen wird. Denn für Unternehmen steigt in der Regel der Profit, wenn die Ausgaben – also u.a. die Löhne – geringer werden.

Deutschlands Reichtum basiert also nicht zuletzt darauf, dass es eine Arbeiterschaft hat, die durch einen hohen technischen Standard (Maschinen) hochproduktiv ist und gleichzeitig vergleichsweise geringe Löhne bekommt.

Leider freuen sich viele Arbeiter*innen dennoch über den Reichtum in Deutschland. Dann heißt es „Uns geht’s ja in Deutschland echt besser als anderswo.“ Das stimmt zwar einerseits. Denn es ist definitiv schöner, bei VW am Band stehen zu dürfen, als z.B. wie 722 Millionen Menschen auf diesem Planeten an Hunger zu leiden.

Andererseits wird die eigene Lage durch einen Vergleich nach unten noch lange nicht gut. „Besser“ ist eben etwas anderes als „gut“.

Fazit:

Wenn es Leuten in Deutschland wirklich besser geht als in den meisten anderen Ländern und wenn dieses „besser“ so aussieht, dass sich ein Teil der Bevölkerung am Ende des Monats Kohle von Familie und Freund:innen zusammenleihen muss, um den Kühlschrank zu füllen, ist das ein Armutszeugnis für die existierende globale Wirtschafts- und Staatenordnung.