Private Unternehmen produzieren im Kapitalismus für den maximalen Profit. Das müssen sie auch, sofern sie in der Konkurrenz bestehen wollen. Diese Produktionsweise ist ziemlich schädlich:
1) Unternehmen setzen Geld ein, um daraus mehr Geld zu machen. Das machen sie durch den Verkauf von Waren oder Dienstleistungen. Damit sich ein Profit ergibt, müssen die Kosten, die für das Unternehmen anfallen, geringer sein als der Verkaufserlös. Um die Waren und Dienstleistungen auch verkauft zu bekommen, müssen sie für die Käufer:innen einen Nutzen haben bzw. ein Bedürfnis befriedigen.
Der Zweck der Produktion ist aber nicht die Befriedigung der Bedürfnisse, sondern die Geldvermehrung in privater Hand. Daher sind Konsument:innen, die nur Hunger, aber kein Geld haben, für Unternehmen uninteressant. Produziert wird nur für die Bedürfnisse zahlungskräftiger Kund:innen. Alle anderen Bedürfnisse zählen nicht. Aber selbst Leute, die eine gewisse Zahlungskraft haben, erwartet nicht das Paradies der Bedürfnisbefriedigung. Da Geld meist knapp ist (dazu gleich mehr), müssen sie ihre Bedürfnisse ganz schön beschränken.
2) Für die Lohnabhängigen, die die Waren und Dienstleistungen produzieren, macht sich das Profitinteresse der Unternehmen schädlich geltend. Da der Lohn für die Unternehmen ein Kostenfaktor ist, haben sie ein Interesse daran, dass er möglichst gering ausfällt bei gleichzeitiger langer und intensiver Arbeit der Lohnabhängigen. Eine Schädigung der Gesundheit der Arbeiter:innen ist also systemisch angelegt.
3) Die Lohnabhängigen produzieren den Reichtum der kapitalistischen Gesellschaft, doch gehört er ihnen nicht! Durch ihre ökonomische Rolle als eigentumslose Arbeiter:innen sind sie vom Reichtum ausgeschlossen. Der Staat setzt dieses Eigentumsverhältnis in seiner Verfassung fest und durch seine Gewalt durch. Das hält die Arbeiter:innen in ihrer Rolle, so dass sie nichts als ihre Arbeitskraft auf dem Markt anzubieten haben. Die Unternehmer:innen hingegen können durch die fremde Arbeit ihr Eigentum produktiv einsetzen und vermehren.
Was eine Misere für den Großteil der Bevölkerung!
PS: Wer tiefer in die Kapitalismuskritik einsteigen möchte, sollte „die Misere hat System: Kapitalismus“ von den Gruppen gegen Kapital und Nation lesen.